FAQ – Doppel­besteuerungs­abkommen


Was ist das Ziel von einem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) und wo finde ich die entsprechenden Informationen?

Das vorrangige Ziel eines DBA besteht darin die Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen zu vermeiden, ohne dadurch Möglichkeiten der Nicht- oder Niedrigbesteuerung durch Steuerverkürzung oder -umgehung zu schaffen. Des Weiteren können sich dadurch die wirtschaftlichen Beziehungen weiterentwickeln und die Zusammenarbeit in Steuersachen vertiefen.

 

Auf der Homepage der liechtensteinischen Landesverwaltung sind die abgeschlossenen DBA von Liechtenstein ersichtlich. Des Weiteren sind die entsprechenden DBA-Gesetze auf der Website gesetze.li (PDF) aufrufbar. Hier sind alle DBAs mit anderen Staaten aufgeführt.


Was ist die steuerliche Situation für Schweizer, welche in Liechtenstein arbeiten?

Im Regelfall handelt es sich bei Schweizern, die in Liechtenstein arbeiten um Grenzgänger. Bei Grenzgängern ist die Besteuerung von Einkommen aus unselbstständiger Arbeit im Privatsektor in Art. 15 DBA FL-CH geregelt. Dem Grundsatz nach, wird das gesamte Einkommen im Ansässigkeitsstaat (Schweiz) besteuert.

 Die Ausnahme sind die Nicht-Grenzgänger. Ein Nicht-Grenzgänger definiert sich folgendermassen: Personen, die an mehr als 45 Arbeitstagen nach Arbeitsende aus beruflichen Gründen nicht an ihren Wohnsitz in die Schweiz zurückkehren können. Die Nicht-Rückkehr muss beruflich bedingt sein. Für den Nachweis, dass die 45-Tage-Schwelle überschritten wird, muss der liechtensteinische Arbeitgeber bei den Schweizern ein Nicht-Grenzgänger-Formular bis spätestens Mitte Februar des Folgejahres einreichen. Liechtenstein hat das Besteuerungsrecht an den Rückkehrtagen. Die Nicht-Rückkehrtage stehen der Schweiz zu.

 Auf der Homepage der liechtensteinischen Landesverwaltung ist das entsprechende Merkblatt (PDF) aufrufbar.


Wie ist die steuerliche Situation für Österreicher, welche in Liechtenstein arbeiten?

Grenzgänger, die in Österreich wohnen und in Liechtenstein arbeiten, zahlen laut dem Doppelbesteuerungsabkommen an ihrem Ansässigkeitsstaat Einkommenssteuer. Dies bedeutet, dass die Einkommensteuer in Österreich (Wohnort) bezahlt wird.

In Liechtenstein wird dafür die sogenannte Quellensteuer abgeführt, diese beträgt 4% (nach Gehaltsklasse bis 200.000 CHF, darüber Hinaus besteht die Pflicht zur natürlichen Veranlagung/ Beschränkte Steuerpflicht). Die liechtensteinische Quellensteuer wird in Österreich angerechnet, daher wird die österreichische Steuer um diesen Betrag niedriger.

Weitere Informationen finden Sie hier beim WKO auf der Website.


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